2021-06-18

Musik, Tanz, Gulasch und Gemeinschaft…

Bene.jpgwenn man das alles verbindet, erhält man einen Ausflug in ungarische Gefilde, viele schöne
Momente oder eben einige Aspekte, die das UFE ausmachen. Natürlich kann man da an das
bekannte und zurecht beliebte Gulaschfest denken, wo einen frisches Kesselgulasch neben
unterhaltsamem Tanz aller Altersgruppen quasi auf das Stadtfest nach Bonyhad bringen.
Doch einzeln betrachtet, spiegeln die Begriffe die Erinnerungen an das UFE wieder. Die
Musik, die man jeden Freitag- bzw. Dienstagabend in den Turnhallen von klein auf hörte und
auch nach einigen Jahren ohne aktives Training direkt wiedererkennt und unbewusst
mitwippt. Nach einem gelungen Auftritt bzw. Tanz der Beifall, der die erlittenen Strapazen
und Wiederholungen im Training ausgleicht… Jedoch wäre all dies nicht möglich ohne eine
funktionierende Gemeinschaft der Gruppe und des Vereins. Darunter als Beispiele die
Organisation von Tanz-Lehrgängen, Ausflügen, Sommerfesten oder gar Ausfahrten nach
Bonyhad und an den Balaton. Aber eben auch das gemütliche Miteinander nach dem
Training, dem Auftritt oder auch mal so spontan als Freunde.
Das zeichnet für mich vor allem das UFE aus und deshalb wünsche ich mir und euch, dass
diese Werte erhalten und weiterhin so gelebt werden, wie ich sie dankbarer Weise erfahren
durfte und jederzeit auch darf.

Bene

J H - 10:55 @ 50 Jahre

2021-05-25

Fortsetzung Inside the UFE:

Bianca_2(2).jpgBeeilung jetzt, die Ehrengäste kommen und wir dürfen für sie Spalier stehen.

18 Uhr: Stehen uns in zwei wunderschönen und geraden Reihen gegenüber. Keine Ehrengäste da. Haben wohl etwas Verspätung. Aber maximal eine halbe Stunde.
Mist, muss auf die Toilette. Wie, das geht erst wieder in zwei Stunden?!
Ankunft von Nieselregen, aber auch der Ehrengäste. Endlich: Festliches Einlaufen in Deutscher Tracht. Anschließend drapieren wir uns ordentlich vor der Bühne und sehen dekorativ aus. Begrüßung aller Gäste persönlich, zumindest fühlt es sich so an. Reden von wichtigen Leuten. Dieses Happening ist nur echt, wenn in den eineinhalb Stunden warten und still stehen mindestens zwei Tänzer*innen umkippen.
Überlegung auch eine Ohnmacht vorzutäuschen um endlich auf‘s Klo gehen zu können.
Der aktuelle Redner scheint Probleme mit seiner Haftcreme zu haben - die Schmerzen der im Kopf steckenden Haarklammern verhindern unprofessionelles Lachen darüber. Die Ehrennadeln werden verliehen. Verspüre leichten Ärger darüber das ich keine erhalte, obwohl auch schon 25 Jahre dabei und eine Ehrennadel wäre ja wohl das Mindeste, das man als 30jährige erwarten kann… Gleichzeitig auch leichte Enttäuschung darüber, dass der Redner seinen Kampf mit dem Gebiss nicht verloren hat und Freude, da die erste Tanzrunde eingeläutet wird.

19.30 Uhr: Schnell umziehen und rein in die ungarische Tracht.
„Binde deine Röcke nicht auf der Hüfte, die rutschen runter. Mach zwei Knoten in die Haarbänder, sonst lösen sie sich. Pass auf mit dem lila Lippenstift auf der weißen Bluse.“
Aufwecken der Gäste mit ungarischen Tänzen.
Jetzt geht’s für uns endlich richtig los.
Bilanz: ein rutschender Unterrock, Grund dafür ist natürlich nicht, dass dieser nicht ordentlich gebunden wurde. Haarbänder liegen auch auf dem Boden. Natürlich waren die ordentlich gebunden. Die Erdanziehungskraft scheint hier nur stärker zu sein als in Wernau - damit konnte keiner rechnen.
Alles in allem sind wir auch heute der Meinung: wir haben den Laden gerockt.

21 Uhr: Jetzt folgt, worauf wir alle den ganzen Abend gewartet haben: Es gibt endlich die Belohnungs-Pizza!

Anmerkung der Autorin dazu: Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.

Bianca

J H - 11:07 @ 50 Jahre

Inside the UFE

Bianca_2(1).jpgViele werden sich fragen, wie denn so ein typischer Auftrittstag abläuft. Dies soll hier mal beispielhaft dargestellt werden:

14 Uhr: Trachten packen. Komisch, den Überrock kenne ich gar nicht. Dafür fehlt aber mein kurzer Unterrock. Wird wohl beim letzten Mal jemand anders eingepackt haben und hoffentlich heute mitbringen. Ja, die vier Strumpfhosen und drei gleichen Blusen brauche ich. Man kann ja nie wissen.
Man hat genau dann alles dabei, wenn man sich auf den Koffer setzen muss, um ihn zuzubekommen - diese Regel gilt unabhängig von der Größe des Koffers. Die langen Unterröcke sind so gestärkt, dass ich sie wie eine Betonwand neben mir hertragen kann und ja, sie stehen natürlich von selbst - danke Oma!

16 Uhr: Treffen am Parkplatz. Auf die Frage: Hat jemand beim letzten Mal aus Versehen meinen Unterrock eingepackt bekomme ich nur entrüstete Gesichter. Natürlich nicht! Herumstehen und warten, bis die Person kommt, die immer zu spät dran ist. Einstieg in den Bus. Ich überlege, wie ich nachher aus den überzähligen Blusen einen Unterrock basteln kann.

17 Uhr: Ankunft am Auftrittsort. Schnell umziehen. Wir sind spät dran.
Aha, da ist ja mein Unterrock. Ja, ist meiner. Steht mein Name drin. Outfit ist komplett! Und zwei der zusätzlichen Strumpfhosen an Bedürftige verteilt. Jetzt: Flechten der Haare zu einem ordentlichen Zopf. Die Bitte darum, dieses Mal nicht so viele Haare dabei auszureißen, wird ignoriert. Der Zopf muss ja schließlich ordentlich heben. Vorteil: durch die Liftingwirkung sieht man gleich 10 Jahre jünger aus. Auch die Haarklammern sitzen bombenfest - stecken schließlich im Kopf. Diskussion über den passenden Lippenstift für alle Tänzerinnen. Ja, dunkles Lila steht dir besser als kräftiges Rot. Aber mit Lila siehst du bei dem hellen Bühnenlicht aus wie eine Wasserleiche. In einem unbeobachteten Moment wird trotzdem Lila aufgetragen - in der Hoffnung, dass es niemandem auffällt.

Beeilung jetzt, die Ehrengäste kommen und wir dürfen für sie Spalier stehen.

Bianca

Fortsetzung folgt nächste Woche…

J H - 11:05 @ 50 Jahre

2021-05-18

Meine Tanzkarriere

Gaby.jpgIm November 1976 trat ich dem UFE bei. Damals hieß es noch „Landestanz- und Trachtengruppe der Deutschen aus Ungarn“, kurz LTTGDU genannt. Ich bin durch eine Freundin dazugekommen und wurde, obwohl ich keine ungarndeutschen Eltern oder Großeltern habe, sofort herzlich aufgenommen.
Obwohl es schon lange her ist, kann ich mich noch gut an meinen ersten Auftritt beim Schwabenball in Wernau im Januar 1977 erinnern. Es war ein ungarndeutscher Vierpaartanz (Name ist mir entfallen) und ich war so aufgeregt (man nennt es auch Lampenfieber), dass ich eigentlich gar nicht auf die Bühne wollte. Aber es hat alles geklappt und ich war stolz und glücklich über den Applaus.
Das war der Anfang meiner tänzerischen Karriere. Es gab noch viele, viele Auftritte bei unzähligen Veranstaltungen über die Jahre hinweg.
Neben dem Training, den Auftritten und Tanzlehrgängen gab es viele andere Aktivitäten, die wir gemeinsam erlebt haben. Ich denke gerne an die stunden- und manchmal auch nächtelangen Diskussionen zurück, die Hütten- und Freizeitaufenthalte und die Fahrten nach Ungarn.
In den letzten Jahren haben wir „Alten“ keine Auftritte mehr, aber das wöchentliche Training Freitagabends nur für uns selbst und das anschließende gemütliche Nachtraining bei einem Glas Wein oder Bier hat was.
Heute noch läuft mir ein Schauer über den Rücken wenn ich unseren Tänzer*innen beim Auftritt zusehe. Es ist immer noch da, das Gefühl, mit auf die Bühne zu wollen und zu tanzen. Die Beine halten nicht still und beim Gesang summe ich auch immer mit, es lässt sich nicht unterdrücken, was man jahrelang selbst miterlebt hat.

Gaby

J H - 10:34 @ 50 Jahre

2021-05-10

Immer wieder freitags

Felix H._Blog.jpgFür mich bedeutet das UFE schon fast immer den Start in das Wochenende. Seit ich vor 18 Jahren mit dem Tanzen begonnen habe, war am Freitag Training angesagt. Wenn freitags die Schule aus war, ging es zu Oma zum Mittagessen und von dort dann direkt wieder in die Teckschule ins Training. Dort freute man sich einfach auf das Lernen neuer Tänze, die Spiele zwischendurch und die zahlreichen Freundschaften, die sich über die Jahre entwickelt haben. Wie viel Spaß das Training macht und was für eine tolle Gruppe wir sind, zeigt sich unter anderem darin, dass viele der heutigen Mittänzer*innen mich schon seit meinem 5. Lebensjahr immer wieder freitags mit einem Lächeln in der Turnhalle empfangen.

Felix

J H - 11:36 @ 50 Jahre